Die Märchen-Erzählung als persönliches Geschenk

Bei der Märchen-Erzählung erhalten Sie Ihre Lebens bzw. Liebesgeschichte oder die Ihrer Freunde oder Verwandten als Märchen (weitestgehend im Grimmschen Stil) erzählt.

Die Märchen-Erzählung kann, muss aber nicht, als Festeinlage vorgetragen werden. Sie eignet sich auch gut zum stillen Lesen. Als Festeinlage können sowohl einer als auch mehrere Akteure beteiligt sein. Rechnen Sie mit etwa 15 Minuten für das Vorlesen eines Märchens.

Unser Beispiel für eine Märchenerzählung wurde zur Hochzeit von Elke und Robert geschrieben. Beide studierten Mathematik. Dieser hier vorgestellte Märchenausschnitt wurde anonymisiert.

Rechenlieschens und Zählemanns Abenteuer im Zahlenwald

Unser Märchen:

Die wahre Geschichte:

Es waren einmal ein kluger Jüngling und ein wunderschönes Mädchen. Der Jüngling wurde von allen Zählemann gerufen und das Mädchen Rechenlieschen. Sie lebten im Zahlenwald, denn sie gingen beide bei den mächtigen Zahlenzauberern in die Lehre.

Die Zahlenzauberer sind ihre Professoren.

Der Zahlenwald gehörte zum großen Reich des Zahlenkönigs Numerex. Der war ein mächtiger Mann. Er herrschte über viele tausend Morgen Land und über all die mächtigen Zahlenzauberer, die sich in seinen Dienst gestellt hatten.

"Numerex" fungiert hier als übergeordnete Instanz, sozusagen als "Gott der Mathematik".

Die mächtigen Zahlenzauberer lebten in prächtigen Schlössern. Die waren über den ganzen Zahlenwald verteilt. Zweimal jedes Jahr wählte der große Zahlenkönig aus den vielen Menschen in der Welt seine Zahlenlehrlinge aus. Die schickte er zu den mächtigen Zahlenzauberern in die Lehre.

Zweimal im Jahr, zum Sommer- und zum Wintersemester kommen neue Studentinnen und Studenten an die Uni.

Jeder Lehrling musste den großen, oft finsteren, Zahlenwald durchqueren und dort verschiedene Prüfungen ablegen. Bei ihren Wanderungen mussten die Zahlenlehrlinge die Schlösser besuchen, in denen die mächtigen Zahlenzauberer lebten. Die mächtigen Zahlenzauberer weihten die Zahlenlehrlinge dann in die Geheimnisse ihrer Schlösser und ihrer rätselhaften Umgebung ein. Für die Weiterwanderung in dem Zahlenwald erfanden sie stets neue Aufgaben, die die Zahlenlehrlinge lösen mussten.

Die Studierenden müssen verschiedene Kurse belegen. Die Schlösser der Zahlenzauberer stehen jeweils für ein Fachgebiet, die Prüfungen für die "Scheine" (Testat, erfolgreich bestandener Kurs).

Die mächtigen Zahlenzauberer wussten, dass ihre Lehrlinge sich auf ihren Wanderungen zu viel Zeit ließen und unnötige Pausen einlegten. Das war nicht gut, denn der große Zahlenkönig Numerex brauchte schnell neue Zahlenzauberer, um seine Macht auszuweiten. Es gab aber auch Lehrlinge, die versuchten, einige Schlösser zu umgehen und Zeit zu sparen, um schneller ein Zahlenzauberer zu werden. Doch auch das war nicht gut, denn solchen Zauberern fehlte es oft an Wissen, um die Macht des großen Königs Numerex zu stärken.

Hier wird auf typische studentische Verhaltensweisen angespielt. Manche studieren ewig und werden nicht fertig, andere sehen zu, dass sie fertig werden und studieren nicht gründlich.

Zählemann aber war ein guter und fleißiger Lehrling und machte weder Pausen noch nahm er Abkürzungen. Und weil er dazu auch noch gelehrig war, geschah es, dass die mächtigen Zahlenzauberer ihn recht bald damit betrauten, ihnen bei der Lehre der anderen Zauberlehrlinge zur Hand zu gehen.

Robert war Tutor an der Uni.

Rechenlieschen war in den Zahlenwald gekommen, weil sie die Weisheiten der mächtigen Zahlenzauberer im ganzen Lande in die Städte und Dörfer tragen wollte. Auch wollte sie dem großen König Numerex helfen, immer wieder neue Zahlenlehrlinge in den Zahlenwald zu locken.

Elke wollte Mathematik-Lehrerin werden.

Zuvor aber musste Rechenlieschen selbst den Zahlenwald durchdringen und sich von den mächtigen Zahlenzauberern unterrichten lassen. So kam es zu der glücklichen Fügung des Schicksals, dass ausgerechnet Zählemann von einem der mächtigen Zahlenzauberer den Auftrag bekam, Rechenlieschen einige kleinere Zaubersprüche beizubringen.

Robert war Elkes Tutor.

Rechenlieschen war ein gelehriges und fleißiges Mädchen. Sie löste alle Aufgaben sehr sorgfältig. Das gefiel den mächtigen Zahlenzauberern und das gefiel auch Zählemann, wenngleich Zählemann feststellte, dass Rechenlieschen für die Lösung der Aufgaben oft sehr viel von dem damals noch sehr kostbaren Papier verschwendete.

Elke löste ihre Übungsaufgaben sehr ausführlich und exakt und verbrauchte damit viel mehr Papier als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen. Das fiel Robert auf und beeindruckte ihn.

Weil Rechenlieschen so gelehrig und fleißig war, baten die mächtigen Zahlenzauberer bald auch sie, ihnen bei der Lehre und Betreuung der weniger gescheiten Zahlenlehrlinge zu helfen. Und so begab es sich, dass Rechenlieschen und Zählemann eines Tages bei dem selben mächtigen Zahlenzauberer in den Dienst traten.

Auch Elke wurde Tutorin und bald Kollegin von Robert. Sie arbeiteten für den gleichen Professor.

Zählemann und Rechenlieschen zeigten den jüngeren Zauberlehrlingen das schwer durchdrinbare Dickicht am Schlosse ihres Herren. Sie weihten die Zahlenlehrlinge in schwierige Geheimnisse ein.

 

Dabei nahmen sie die Aufgaben, die der mächtige Zahlenzauberer ihnen stellte, sehr ernst. Oft trafen sie sich ohne ihre Zöglinge und beratschlagten gemeinsam, wie das eine oder das andere Geheimnis am besten zu erklären sei. Und da sie sehr gründlich waren, dauerten diese Treffen sehr lange. Und je länger sie zusammen arbeiteten, desto länger brauchten sie für ihre Vorbereitungen. Bald schon dehnten sie sie so sehr aus, dass sie zwischendurch ihr Mahl miteinander teilen mussten.

Sie gingen regelmäßig zusammen in die Mensa.

 

Formulare für persönliches Märchen nach Maß